Bilder von Margrit Schöpfer

Bilder von Trudi Plancherel

Bilder von Monika Schmid

Bilder von Vreni Casagrande

Der Bericht von Monika Schmid für die AZ

 

Wandertage in Habkern 23.-25.08.11


Schon um 9.45 Uhr begann die erste Tageswanderung mit 15 Teilnehmern in Interlaken West nach Habkern. Wanderleiter Ueli Sidler entschied sich kurzfristig, der Schattenseite des Lombachtals zu folgen. Der Aufstieg zum Luegisboden war auch so schweisstreibend. Im Luegisbode bestaunten wir den grössten erratischen Block Europas aus Habkerngranit .Die genauen Ausmasse des Findlings sind nicht bekannt, weil man nicht weiss, wie tief er in die Erde ragt und der überirdische Teil mit Moos und Sträuchern bewachsen ist. Die Stelle gilt als mysthischer Ort. Der steile Abstieg ins Lombachtal auf einem wenig begangenen Wanderweg und der folgende Aufstieg nach Habkern zehrte an den Kräften, und die Ankunft im Sporthotel wurde mit einem kühlen Bier gefeiert. Einige kühlten sich im Schwimmbad ab, andere bewunderten die blumengeschmückten Berner-Oberländer-Holzhäuser mit ihren Gärten. Ein Gewitter zwang uns, für das Dessert in das Restaurant zu flüchten.


Wohlweislich wegen der angesagten Gewitter für den späten Nachmittag fuhren wir anderntags schon um 7.30 Uhr mit dem Postauto nach Interlaken und auf den Beatenberg, wo wir die Gondelbahn zum Niederhorn bestiegen. Auf dem Gipfel bestaunten wir die gewaltige Rundsicht von den Waadtländer- bis zu den Ostschweizeralpen, das Justistal, Hohgant und das Sigriswilerhorn. Leider war es den Steinböcken und den Gämsen bereits zu heiss, um sich von uns beobachten zu lassen, dafür wurden wir entschädigt durch Bergblumen und vor allem durch die herrliche Aussicht auf die Berner Alpen. Auf dem Weg entdeckten wir Tümpel mit unzähligen kleinen Molchen. Die Wanderung auf die Gemmenalp war leicht, und es blieb viel Luft für Gespräche aller Art. Eine einzigartige Landschaft ist das Naturschutzgebiet der Karstlandschaft des Seefelds am Fusse der Sieben Hengste. Die Karren entstehen durch abfliessendes Wasser, das den Kalk löst und mit wenig Fantasie kann man sich Gesichter und Geschichten ausdenken. Beim Abstieg nach Habkern türmten sich erste Wolken am Himmel und einige Tropfen fielen. Kurz nach 16 Uhr, als alle Wanderer im Hotel eingetroffen waren, öffneten sich die Schleusen und ein gewaltiges Hagelwetter mit taubeneiergrossen Körnern vernichtete Blumen und Gemüse in kurzer Zeit. Margrit, die im Dorf einkaufen wollte, musste im Lädeli warten und der Besitzerin zusehen, wie sie mit Eimer und Besen verhinderte, dass Wasser und Hagelkörner in den Laden drangen. Vor dem Nachtessen sang die Gruppe Wander- und andere Lieder, begleitet wie tags zuvor von Ueli mit der Ukulele.

 

Am dritten Tag schien wieder die Sonne, wie wenn nichts gewesen wäre, und wir machten uns auf die Füsse nach dem Beatenberg. Unterwegs betrachteten wir traurig die Schäden, die der Hagel in den Gärten und Kulturen verursacht hatte. Im Wald lagen die zerhackten Blätter zentimeterdick und ab und zu lag ein Haufen Hagelkörner, die noch nicht geschmolzen waren. Der Weg führte der Südflanke entlang, und wieder war die Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau herrlich, obwohl sich die Berge schamhaft in leichte Wolken gehüllt hatten. Heute hatten wir Glück und konnten auf dem Weg zum Spycherwald sechs Gämsen entdecken. Lustig war es zu sehen, wie die Geisslein übermütig eine Lichtung hinuntertollten. Drei Tage nacheinander Wandern fährt trotz guter Kondition in die Glieder und wir genossen das kühle Bier auf der Terrasse des Restaurants bei der Station Beatenberg. Die Standseilbahn brachte uns in die Beatenbucht und Ueli belohnte uns, indem er eine Schifffahrt nach Thun organisiert hatte.

Alle waren begeistert von den Wandertagen und wir bedanken uns bei Ueli und Elisabeth Sidler herzlich für die Organisation und die Leitung. Wir werden nächstes Jahr mit Freuden wieder teilnehmen.


  

 

 

Das Bild zum Text für die AZ

Foto: Monika Schmid