Bilder von Trudi Plancherel
Bilder von Karl Neuhaus
Text für die Zeitung von Max Engel
„It's a long way ufs Guggershörnli“
Die Abwandlung des irischen Tipperary-Songs, bezogen auf den berühmten Zacken im bernischen Gantrisch-Gebiet, stimmte insofern nicht ganz, weil ein gutes Stück des Weges bequem per Postauto rund um die Hügelkette des Ausflugsziels erreicht wurde. Hier in der prächtigen Voralpenlandschaft liegt Guggisberg, auf 1115 m ü.M., eingehüllt von einem aus dem Röseligartenlied „S esch ebe ne Mönsch uf Aerde“ stammenden Nimbus des „Vreneli vom Guggisberg“, welcher das ganze Dorf beherrscht. Daneben hat auch der Kommerz Einzug gehalten, trägt doch fast jeder Besucher ein Päckli Guggershörnli aus kanadischem Weizengriess nach Hause, inklusive Original-Kochrezepten, wolle man nun die Hörnli nach Simes Hans-Joggelis Art oder vegetarisch nach Vrenelis Art geniessen.
Nach einem Startkaffe in der rustikalen Stube des „Sternen“ erklomm die Gruppe das richtige Hörnli, wobei u.a. eine Treppe mit 144 Stufen mit Seniorenschnauf zu überwinden war. Die kleine Gipfel-Plattform, auf nacktem Nagelfluhfelsen in 1283 m ü.M. musste zuletzt über eine weitere Treppe erklettert werden. Sie bot nur Platz für die eine Hälfte der Invasion aus dem Aargau, also Aufteilung in zwei Gruppen. Die weite Rundumsicht war etwas wolkenverhangen, doch das ideale Wanderwetter in diesen Hitzetagen machte alles wett. Der Abstieg vom Hörnli erfolgte meist über weichen Waldboden, über Sattel und Krete des benachbarten Schwendelberges. Man war jetzt über dem Dorf Riffenmatt und drehte dann auf die nördliche Bergseite, wo schliesslich wieder die Gartenterrasse des „Sternen“ in Guggisberg die Wanderer zu erfrischendem Trank einlud.
Am Schluss, im kühlen kleinen Kirchlein des Ortes, referierte die pensionierte Gemeindeschreiberin Frau Burger über die leidvolle Geschichte Guggisbergs, das Hin- und Hergerissensein zwischen Ber-ner- und Fribourger-Herrschaft und natürlich auch die tragische Liebesgeschichte des Vreneli. Vorbei am Vrenelibrunnen zog die Gruppe dann zur Busstation. Nach einem schönen Wandertag hiess es dann „Adieu Guggisberg“ ! „Adieu Guggershörnli“ ! (me)