Bilder von der Wanderung

Bilder von Trudi Plancherel

Bilder von Maria Müller

 

 

Der Wanderbericht für die Zeitung von Max Engel

Lenzburger Senioren vorbei an „Tüfels Chilen“ zum Schauenberg

 

Zeitweilig über einen Wasserlehrpfad mit eindrücklichen Zeugen der Wirkung dieses Naturelementes im Zürcher Bäntal erwanderten die Lenzburger Senioren den Schauenberg in der weiteren Umgebung von Winterthur. Wiederum machte eine grosse Schar vom beliebten Wanderangebot Gebrauch und erreichte per Schiene den Bahnhof Kollbrunn im Tösstal. Von dort ging es zuerst über eine waldige Anhöhe zwischen dem Erzbachtal und dem engen Tälchen, durch welches sich der Bänbach in Jahrhunderten durch Sandstein, Mergel und Nagelfluh gefressen hat. Mehrere Tösstalgemeinden haben da ein Gemeinschaftswerk in Form eines Wasserlehrpfades realisiert. Auf diesem Pfad konnten die Wanderer verschiedene Besonderheiten des Erosionsprozesses verfolgen. Hier Auswaschungen im Sandstein-Bachbett, dort sogenannte Giessen (Wasserfälle); gelegentlich, wo die Auswaschung im Sandstein oder im Mergelboden grössere Wirkung als in der darüberliegenden Nagelfluhschicht erzielt hat, eine Balm (Höhle). Solche Zeugen zeigen, wie das Wasser über die Zeit Wirkung erzielt. Ein Prunkstück etwas abseits vom Weg aber ist die fast monumentartige "Tüfels Chilen". (siehe Abbild. in der AZ Lenzburg vom 15. August). Hier plätschert seit Jahrhunderten eine Giesse über eine treppenförmige Wand aus Quelltuffstein. Im 19. Jahrhundert wurde da mit Hilfe von Steinsägen Tuffstein zur Verwendung als Baumaterial abgebaut, dann aber 1873 als Steinbruch stillgelegt. Der Kalkgehalt zweier grosser und zweier kleiner Quellen haben das originelle Naturgebilde, das im Volk offenbar wilde Fantasien geweckt hat, aufgebaut.

 

Die Gruppe verliess jetzt das Bäntälchen und schwenkte über Wolfsbrunnen und Bärenboden auf den Zürcher Höhenweg ein. Zur Mittagszeit wurde das Höhenziel Schauenberg (892 m ü.M.) erreicht. Hier fand man im restaurierten Gemäuer einer mittelalterlichen, schon 1344 von den Zürchern zerstörten Burganlage ideale Sitzplätze für die Mittagsverpflegung mit Panoramasicht. Weit ging der Blick nach Südosten, hinweg über das Hügelgebiet des Zürcher-Oberlandes, zum Hörnli und zum markanten Bachtel in der Ferne. Die Weltstadt Zürich versteckt sich hier hinter ihrer grünen Lunge, den bewaldeten Höhenzügen mit natürlichen Erholungsgebieten. Im Norden sah man hinunter zum Städtchen Elgg, und in der Ferne konnte man sogar das helle Turmgebäude des Spitals Frauenfeld ausmachen. Ein etwas steiler Abstieg leitete den Rückweg ein, der hinunter zum Girenbad, einem früher bekannten Kurort führte. Es reichte noch zu einer Kaffeepause im Restaurant, bevor ein Bus die Gruppe zum Bahnhof Winterthur zurückbrachte und dies nicht ohne vorher ausgiebig in den Vororten und ihren Weilern herumzukreuzen. Hier ging ein schönes Landschaftserlebnis mit vielfältigen Eindrücken und bei idealem Wanderwetter zu Ende (me).