Bilder von Trudi Plancherel
Bilder von Kurt Signer
Bilder von Adelheid und Hannes Strasser
Der Wanderbericht für die Zeitung von Max Engel
LENZBURG Pro Senectute Tageswanderung
F r ü h l i n g i m T h u r g a u
Die Gestade des Untersees nördlich des Thurgauer Seerückens waren das Ziel der Frühlingswanderung vom 17. April der Lenzburger Senioren. Eine schneidige THURBO-Komposition brachte die 57köpfige Schar von Weinfelden aus über den Berg nach Bernrain. Leider verdeckten hohe Wolkenfelder die von hier aus sonst so prächtige Voralpensicht, doch im nahen Blickfeld erfreute die in grün und Blüten erwachende Ostschweizer Frühlingslandschaft. Später öffnete sich dann schon bald das von der Wetterfee verheissene Wolkenfenster über dem Bodenseeraum und bescherte der Wanderschar einen prächtigen Frühlingstag. Nur die ständige Brise mahnte zu Vorsicht vor allzu leichtfertigem Entkleiden.
Die Route führte auf leichter Anhöhe dem Untersee entlang über die Gemeindegebiete Tägerwilen, Gottlieben, Ermatingen und Salenstein nach Berlingen. Drüben, jenseits der Landesgrenze, sah man zuerst über den Rhein in das noch im Winterstroh stehende grossflächige Wollmatinger Ried. Später grüsste von dort in geringer Entfernung die bekannte Insel Reichenau. Auf Schweizer Seite zeugten Wohnschlösser und altehrwürdige Villen mit grossen Ziergärten am Weg von schon früher geschätzter prächtiger Wohnlage und die Glaspaläste eines Seminarzentrums verkörperten als Gegenstück den lichtsuchenden Baustil der Neuzeit.
Buchstäblich am Busen der Natur wurde in schöner Aussichtslage aus dem Rucksack zu Mittag verpflegt. Gegen Ende der Wanderung erlebte die Gruppe aus dem Aargau noch ein Stück Zusammenhang mit dessen eigener Geschichte. Am Weg über Salenstein traf man auf das Schloss Arenenberg, dem ehemaligen Wohnsitz von Hortense de Beauharnais. Ihr Sohn, der bei uns wohl berühmteste Asylant, nämlich der spätere Kaiser Napoleon III, verbrachte einen grossen Teil seiner Jugendzeit im Schloss und erhielt für besondere Verdienste um die Wohltätigkeiten 1832 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Salenstein. Später, als Napoleon III., nach zwei gescheiterten Staatsstreichen, hatten ihm die Eidgenossen Schutz gewährt und deswegen beinahe einen Krieg mit Frankreich riskiert. Sein noch mehr berühmter Onkel, Napoleon I, hat bekanntlich das Staatsgebiet unseres Kantons festgelegt.
Nach Besichtigung des Museums durch die Einen und wohligem Räkeln in der Sonne der benachbarten Gartenwirtschaft durch die Anderen stieg die Gruppe auf Seehöhe ab. Es blieb den Senioren jetzt noch Zeit für einen kurzen Augenschein in Berlingen und einen Zwischenhalt in Gottlieben. Dann war es nach mehr als vierstündiger Wanderung angenehm, im Schnellzug ohne Halt bis Zürich die Beine strecken zu können (me).